Soul Craft macht Souveränität zum Türöffner
Newsletter | August 2026
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Hin und wieder erleben wir, dass Vorgesetzte gegenüber ihren nachgeordneten Führungspersonen die innere Balance zu verlieren scheinen. Zunächst unbemerkt, aber ganz leise werden die Übergriffe immer deutlicher. Mobbing? Außenstehenden Beobachtern tut es weh zu sehen, wenn Vorgesetzte ihre Möglichkeiten derart missbrauchen.
Da ist das Eindringen in den persönlichen Bereich anderer. Und dazu kommt ein raffiniertes Mobilisieren von Kräften im Umfeld: Intrigen über Flurfunk, das Nutzen der eigenen Machtposition, um andere herabzusetzen. Ohne jedes Schmerzempfinden entwickelt sich ein fast zwanghaftes Agieren zulasten anderer.
Auf der betroffenen Seite hingegen werden Schmerzen ausgelöst, die schlimmstenfalls bis an seelische Abgründe führen können.
Gutes Führen sieht anders aus.

Und so kommen wir zu Soul Craft: das "Handwerk", das auf inneres Management setzt und die Weiterentwicklung der eigenen Möglichkeiten als Kern-Prinzip hat. Dieses Handwerk ist in Resonanz eingebettet. Einerseits, um Impulse zu erhalten, und andererseits, um Impulse zu senden. So wächst nicht nur das Individuum, sondern auch das Umfeld kommt in Bewegung.
Wenn Soul Craft ans Wirken kommt, gibt es Chancen für Inspirierendes, für Berührendes und für Berührbarkeit - Chancen für Coolspots. Und für Ideen, wie man entgleisten Vorgesetzten wieder in die Spur helfen kann
Der Fall: Vorgesetzte auf Zermürbungskurs

Eine Führungsperson führt seit Jahren ein kleines spezialisiertes Sachgebiet, dessen Aufgaben man auf den ersten Blick nicht mit dem Kerngeschäft der Organisation verbinden würde. Allerdings werden die Leistungen des Sachgebiets in allen operativen Vorgängen der Organisation eingebaut. Entsprechend ist die Leiterin bekannt und populär.
Vorgesetzte der Sachgebietsleiterin ist aber überraschenderweise die Leiterin der zentralen Verwaltung, obwohl die Aufgaben des Sachgebiets damit nichts zu tun haben.
Nun zieht die Vorgesetzte mit ihrer zentralen Verwaltung in die räumliche Nähe des Sachgebiets und mischt sich plötzlich sachfremd in dessen Vorgänge ein. Ohne Abstimmung mit der Sachgebietsleiterin "bittet" sie deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu direkten Gesprächen zu sich.
Die Sachgebietsleiterin sieht dem zunächst gutwillig zu, spürt aber, wie dieses Vorgehen sie zunehmend zermürbt. Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter scheinen immer nervöser zu werden und sich in ihrem Sachgebiet nicht mehr zuhause zu fühlen. Alles gerät aus dem Gleichgewicht. Wie kann man da wieder zu souveränem Handeln kommen?
Souveränität durch Soul Craft
Dass Souveränität mit innerem Management zu tun hat, ist nichts Neues.
Wer also eigene Soul Craft mit Blick auf gutes Führen lebendig hält, kann die eigene Souveränität so entwickeln, dass sie anderen ebenfalls eine Tür zu Souveränität öffnet. Da gibt es etwas zu entdecken: die Wahrnehmungsfähigkeit und das Erspüren von wirklich weiterführenden Impulsen.
Durch diese Tür zu gehen, macht es daher möglich, zwanghaftes Verhalten und Besserwisserei aufzulösen.
Dieses Wahrnehmen und Entdecken brachte uns zum Begriff der Soul Craft, denn gerade hier geht es nicht nur um fachlich-sachliches Managen, sondern etwas Seelisches ist beteiligt. Bekannterweise zielt Mobbing darauf, seelische Schmerzen zu verursachen.
Wie kann also Soul Craft dazu beitragen, Impulse sowohl wahrzunehmen als auch zu setzen, die zu einer besser austarierten Situation führen?
Einer Situation, die Beteiligte Beteiligte sein lässt?
Die sowohl individuelle als auch gemeinsame Weiterentwicklung möglich macht?
Die es wieder erlaubt, das eigene Handeln an dem Sinn auszurichten, dem das gemeinsame Arbeiten dient?
Soul Craft liebt zivilisatorische Prinzipien
Der Sinnerfüllung steht das Wirken von disbalancierten Vorgesetzen im Weg - unerbittlich, unübersehbar, zerstörerisch.
Genau so stark wie diese Kraft könnte der Impuls sein, darauf mit Souveränität zu antworten:
> "Ich lasse mir das nicht mehr gefallen, sondern will jetzt damit umgehen und dazu meine eigenen Kräfte mobilisieren.
> Denn ich weiß, dass ich sie habe: fachliche, beziehungsorientierte und seelische Kräfte.
> Ich allerdings werde zivilisatorische Prinzipien nicht verletzen, sondern mich an ihnen orientieren.
- Nicht: andere in die Ecke stellen.
- Nicht: andere vereinzeln.
- Nicht: andere isolieren.
- Nicht: zynisch andere herabsetzen."
Soul Craft: Resonanz einbauen
Soul Craft zu leben und zu entwickeln ist zunächst ein hoch individuelles "Ding".
Aber dieses Ding strebt immer auch in den sozialen Raum, wo es unterstützende Resonanz gibt.
Das unterscheidet sich maßgeblich von der Vorgehensweise der disbalancierten Vorgesetzten: sie mobilisiert das Momentum der Gruppe gegen jemand anderes.
Die Resonanz, die aus Soul Craft kommt, ist potenziell für alle förderlich und unterstützend.
"Für alle" heißt, auch für diesen Menschen, der sich in seiner vorgesetzten Position sowohl von innerem Frieden als auch von zivilisatorischen Errungenschaften des Miteinander-Umgehens verabschiedet hat. Dieser Mensch, der sich in etwas verbissen hat, das ihm ein Gefühl von überlegener Stärke und grenzenlosem Einfluss vermittelt.
Soul Craft zielt auf Resonanz und auf Wohlwollen, braucht dabei allerdings nicht unbedingt brav und korrekt zu sein. Je nach Geschicklichkeit können auch ganz andere Kräfte zum Ziel führen.
Soul Craft lässt einen aufstehen.
Was tut die Führungsperson?
Ihre Soul Craft (schon länger in Betrieb, aber zunächst vergessen) lässt sie aufstehen: Sie aktiviert ihr inneres Management und wird sehr wach für alles, was von außen kommt, und was ihr bestätigende Resonanz gibt.
Dann ist ihr Team dran:
Natürlich spüren längst alle, dass da etwas aus dem Lot ist und dass es ständig "Fehlermeldungen" gibt. Also wird ein formalisiertes Austausch-Format entworfen und installiert. Um zugewandt zuzuhören, Vertrauen wieder aufzubauen, Vereinzelung wieder in Miteinander zu führen. Behutsam inspiriert die Führungsperson ihre Mitarbeitenden dazu, ihre eigene Soul Craft ernster zu nehmen als die fadenscheinigen Anreize, die die Vorgesetzte bietet.
Und dann macht sie sich daran, die Beziehung zur Vorgesetzen neu zu gestalten:
Wohl wissend, dass dieses Terrain nicht harmlos ist. Dank ihrer geübten Soul Craft kann sie eine Art Sicherheitszone um sich herum aufbauen. Wenn die jetzt bedroht oder sogar verletzt wird, geht sie sofort auf Distanz. Auf menschlicher Ebene wird sie zur Gastgeberin ihrer Vorgesetzten, denn sie hat wesentlich mehr Möglichkeiten als diese.
Sie geht behutsam vor, spricht aber auch eine klare Sprache: Sie lässt sich von ihrer Verantwortung für das Team und die Menschen dort leiten. Sie macht klare Vorschläge für die nächsten Dialogschritte, und gegebenenfalls spricht sie auch ein klares NEIN aus.
Gleichzeitig bemüht sie sich darum, ihre Gesprächspartnerin möglichst auch als Mensch zu sehen, obwohl sie weiß, dass dieser Mensch seine Position missbraucht.
Parallel zu allem will sie sich immer wieder daran erinnern: Warum sollte ihre geübte Soul Craft nicht genauso kraftvoll wirken wie dieses Unangenehme und Übergriffige? Nicht im Sinne von Zurückschlagen, sondern im Sinne von "geduldig dranbleiben, einen Lösungsweg finden und ihn gehen".
Und hier noch eine kleine Selbst-Coaching-Übung: Ein Gefühl für eigene Soul Craft entwickeln



