Arbeiten im
Kreisformat

Essentiell für eine gute Meeting-Kultur: 

Das wirklich Wichtige kommt wirklich in die Mitte. Vielfalt und Gleichwertigkeit haben Raum, jede Position kann gehört werden.

Das Kreisformat ist ein raffiniertes Werkzeug für Meetings. Das Besondere ist, dass verschiedene Positionen so, wie sie gerade von den Anwesenden zum Ausdruck gebracht werden, zunächst einmal in all ihrer Vielfalt und Widersprüchlichkeit nebeneinander stehen dürfen. Es gibt einen Gastgeber oder eine Gastgeberin, der oder die die Verantwortung für den Kreis übernimmt. Für die Ergebnisse der Arbeit sind alle Teilnehmenden gleichermaßen verantwortlich.

Wenn man einige wenige Grundelemente achtet und pflegt, lebt das Meeting von der wachen, aufmerksamen und zugewandten Präsenz der Anwesenden.

Bausteine für Arbeiten im Kreisformat

Es gibt eine Eingangsrunde, damit die Teilnehmenden auch innerlich ankommen können, und es gibt eine Schlussrunde, in der jede/r Anwesende das Meeting mit einem persönlichen Statement abschließt. Dieses Statement bringt die persönliche Präsenz und das persönliche Engagement zum Ausdruck und würdigt (nicht: beurteilt!) das Geschehene im Hinblick auf Anlass und Ziel des Meetings.

Die Kreismitte ist ein wichtiges Gestaltungselement. In manchen Situationen ist es wichtig, dass der Raum dort frei und offen für individuelle Assoziationen ist. Und in anderen Situationen passt es gut, wenn durch Gestaltung etwas zum Ausdruck kommt, das die Anwesenden hier und jetzt verbindet.

 

Davon lebt das Kreisformat

Auf der konsensrealen Ebene ist der Kreis ein Ort, indem kommuniziert wird. Dabei sind drei Kommunikationshaltungen grundlegend:

  • Zugewandt zuhören
  • Zielgerichtet sprechen
  • Zum Wohl der Runde beitragen

Dabei muss das Wohl der Runde nicht immer etwas Angenehmes sein; Konflikte sind es wert, aufgegriffen und behandelt zu werden, wenn sie sich zeigen.

Arbeiten im Kreisformat

Was entsteht, gehört allen

Die Dokumente, die während der Arbeit im Kreis offen (Flipchart, Whiteboard, Karten etc.) entstehen, „gehören“ vom Prinzip her allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Deshalb ist es sinnvoll und verstärkt die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit, wenn als Follow-up allen ein leichter Zugang zu einer Dokumentation geschaffen wird. Alleine ihre Existenz und der gleichberechtigte Zugang zu ihr hat eine Sicherheit gebende Wirkung für das Alltagsgeschehen der Beteiligten. Wenn Beteiligte dann auch noch „nach“-lesen und darauf zurückkommen, können sich überraschend konstruktive Impulse entwickeln.

 

Erfolgsfaktoren

Das Arbeiten im Kreis hilft dabei, Wahrnehmung und Bewusstsein zu schärfen für alles, was geschieht. Wird etwas ausgeblendet oder marginalisiert? Kommt jemand nicht zu Wort? Wie entwickelt sich die Prozessdynamik? Bahnt sich gerade eine Lösung oder ein Coolspot an? Da gibt es interessante Effekte: Das, woran man gerade arbeitet, kommt auch darin zum Ausdruck, wie man gerade arbeitet.