Richtig gut zusammen­arbeiten

„Bei uns reden immer die selben, und immer dieselben schweigen auch. Deswegen kommt bei jedem Meeting das raus, was die Vielredner schon vorher wollten. Und nach jedem Meeting sind die anderen unzufrieden. Das dreht sich seit Jahren so im Kreis und kommt nicht voran. Wie können wir so zusammenarbeiten, dass es effektiv ist und vielleicht sogar noch Spaß macht? Geht das überhaupt?“

(Geschäftsführer kommunales Unternehmen Wasserwirtschaft)

“Was” hat keine Zeit für “Wie”

Ja, das geht. Wenn man sich dafür entscheidet, dem Zusammenarbeiten wirklich Aufmerksamkeit geben zu wollen. Meistens geht es beim Arbeiten um „die Sache“, die Aufgabe, das Fachliche, das „Was“. Zu Recht natürlich. Führungspersonen, die gleichzeitig operativ tätig sind, und das dürfte die Mehrzahl sein, haben für etwas anderes wenig Zeit. Dann bleibt oft das „Wie“ auf der Strecke: wie man das tut, was man tut.

Manche Menschen spüren da auch eine Schwelle, vor der sie tendenziell zurückweichen. Ohne es zu merken, denn es ist ja ganz „normal“, sich nicht um Befindlichkeiten zu kümmern.

Zusammenarbeiten ist eine Kunst, die erlernbares handwerkliches Können mit Spirit und persönlichem Stil verbindet. 

Culture eats strategy

Eigentlich sind ja die individuellen Fähigkeiten und Talente der Beteiligten dazu da, das Zusammenarbeiten zu bereichern (und ab und zu auch lustig zu machen). Dann nämlich wirkt nicht nur Lineares, sondern auch Nicht-Lineares: Intuition, Träume, Vision, Spirit, Transformation. Leider scheint dafür aber die Zeit oft nicht zu reichen. Ist das wirklich nur ein Zeitproblem?

Kunst & Können

Mut ist gefragt

Zusammenarbeiten ist auf Beziehungen und Verbundenheit ausgerichtet, auf Empathie, Verständigung und Ausdrucksmöglichkeiten. Und es braucht tatsächlich Mut. Zum Beispiel, um sich der Angst zu stellen, dass man vielleicht auch mal nicht Recht hat. Mut braucht man auch für Vertrauen. Für Vertrauen, das man nicht von anderen als Vorleistung verlangt, sondern das man den anderen zu geben bereit ist. Das alles zusammen ist nicht einfach. Zumal es noch nicht einmal als Belohnung umgehend eine richtige Lösung gibt. Die will sich nämlich erst in Ruhe entfalten. Und genau dafür lohnt es sich, Zeit zur Verfügung stellen zu wollen.

Wer Zeit hat, ist schneller

Wenn man dem Zusammenarbeiten keine Aufmerksamkeit gibt, wird es schnell eng. Und schon steigt der Druck. Und der Unmut. Asymmetrische Lastenverteilungen passieren fast automatisch. Die Angst davor, Fehler zu machen, breitet sich aus.

Es gilt also, zu entzerren: mehr Zeit, mehr Raum. Das heißt bei uns: Kreisformat, Redeobjekt, Verantwortung teilen, saubere Ziele setzen, klare Positionen einnehmen und deren Konsequenzen respektieren. Und kommunizieren: zielgerichtet sprechen, zugewandt zuhören, zum Wohl der Runde beitragen. Diesem Wohl der Runde tut es häufig auch gut, einen alten Konflikt an die Oberfläche zu holen und zu lösen. Oder alte Kränkungen offenzulegen. Ressentiments oder Tabus anzusprechen. Sich verletzlich zu zeigen. Bereit zu sein, selbst voranzugehen.

In was investiert man also die Zeit, die man sich gibt? Unsere Antwort: Am besten in eine neue Kultur des Kommunizierens, auf der Basis von Gleichwertigkeit, und mit Respekt für die Vielfalt der Beteiligten und ihrer Positionen. Man könnte es vielleicht auch Augenhöhe nennen: Die einen reden nicht von oben herab, und die anderen verlassen ihre Opferhaltungen. Dafür gibt es wirksame Werkzeuge. Wer schneller sein will, hat dabei zunächst vermutlich das Gefühl, zu verlangsamen. 

Der beste Start

Richtig gutes Zusammenarbeiten ist gar nicht so einfach und braucht immer wieder und wieder – wenn es geht – Aufmerksamkeit und Geduld.

Weitere wichtige Elemente sind auch folgende Kulturtechniken:

  • Zuhören
  • Aufmerksamkeit für Resonanz im Sinne von Wirkung und Feedback
  • Offenheit für andere Menschen und Sichtweisen
  • Wahrnehmen, statt zu urteilen
  • Miteinander sprechen statt übereinander

Die anfängliche Verlangsamung weicht dann bald einer großen Erleichterung, denn immer schneller kommt man zu den Punkten, um die es wirklich geht. Rangeleien und Geplänkel, Deutungshoheiten auf der einen und Passivität auf der anderen Seite verlieren Gewicht. Vertrauen, Verlässlichkeit und Effizienz legen zu.

Coolspot-Management®

Beim Zusammenarbeiten gibt es besondere Momente, in denen alle Beteiligten große Erleichterung und Verbundenheit empfinden, etwa: „gemeinsam schaffen wir das“. Solche Coolspots liefern neue Energie für die nächsten Schritte. Man kann sie nicht „machen“, sondern nur ermöglichen. Sie bewusst zu erleben, manchmal sogar zu feiern, macht Spaß.

Wer Coolspot-Management® betreibt, erreicht seine Mitstreiter besser und geht einen Wachstumspfad für Menschen und Organisation. Dazu müssen allen voran die Führungspersonen bereit sein, sich zu zeigen und eigene Grenzen zu überschreiten. Das Arbeiten im Kreis bietet dafür einen idealen Raum.