Gesund führen

„Der Druck, den wir hier haben, ist fast nicht mehr auszuhalten. Dauernd fallen Mitarbeiter aus, manche für sehr lange Zeit. Die Stimmung ist angespannt, kaum einer hört mal richtig zu, überall wird der Druck weitergegeben. Viele beißen auf die Zähne oder machen eine Faust in der Tasche, um durchzuhalten. Aber irgendwann ist das keine Lösung mehr. Der Geschäftsführung scheint es auch nicht besser zu gehen, die sind kaum mal zu sehen, und wenn, dann haben sie keine Zeit.“

(Teamleiterin Kunden-Support B2B für Einzelhandel)

Wasserweite

Zeit, Zeit, Zeit

Das größte Problem ist in der Regel die mangelnde Zeit: nicht genug Zeit für das Tagesgeschäft, keine Zeit für Gespräche, keine Zeit für Reflexion, keine Zeit für etwas Neues oder gar ein Experiment.

„Wir hätten wirklich gern Unterstützung, aber im Moment ist dafür einfach keine Zeit. Nach dem Jahresabschluss/der Gesellschafterversammlung/ wenn zwei große Projekte über die Bühne sind/ wenn es endlich wieder etwas ruhiger ist, würden wir gern was ändern.“

Dieser Moment kann nicht von selbst kommen.

Aber das Anstrengende und Ungesunde kostet viel Zeit, viel Geld und viel Energie. Und das Schlimmste: es gibt keine Aussicht darauf, dass sich etwas ändern könnte.

Gesund Führen sollte man nicht verschieben, deshalb ist es Chefsache

Gesund zu führen ist kein Zustand, den man erreichen kann und der dann bleibt, sondern es ist ein kontinuierlicher Prozess. Er beginnt mit einem ersten Schritt, um sich dann Schritt für Schritt weiter zu entwickeln. Jeder Schritt dieses Weges wird kleine Verbesserungen bringen. Wenn man dann wohlwollend hinsieht, gibt es immer wieder etwas zu feiern.

Wo will man mit einer Veränderung beginnen? Da, wo es am meisten weh tut: wir haben keine Zeit. Da, wo Chefinnen und Chefs “keine Zeit” an ihre Teams weitergeben, wird es eng, und Druck baut sich auf. Gibt es vielleicht an dieser Stelle auch eine andere Entscheidung? Eine, die Wohlwollen und Anerkennung ins Feld bringt?

Mit diesen Prinzipien kann man einsteigen:

Fünf Grundprinzipien für gesundes Führen:

  • Sich selbst führen
  • Führen und sich führen lassen
  • Die anderen so führen, dass sie selbst auch führen können
  • So führen, dass Entfaltung und Werden-lassen möglich wird
  • So führen, dass der Mut zum Durchwandern von Blindspots gefördert wird

Das gehört zum Chef-Wissen: Die Hoffnung auf den rettenden Knopfdruck verhindert Kreativität

Es gibt keinen Knopf, um den Druck abzustellen, aber man kann anders mit dem umgehen, was man als Druck empfindet. So ist Gesund Führen ein kreativer Prozess, der Verspannungen löst, Bauchschmerzen lindert, einen dicken Hals abschwellen lässt – im engeren und im weiteren Sinn. Veränderungen zum Positiven grundsätzlich für möglich zu halten, ist eine hilfreiche Grundhaltung für den Start.

Fragen, die Kunden sich in diesem Zusammenhang stellten:

  • Welche Widersprüche machen uns „krank“?
  • Sind unsere Entscheidungswege auf Erleichterung ausgerichtet?
  • Gibt es bei uns Empathie für die Führenden?
  • Wo verfestigen sich vielleicht Opferhaltungen?
  • Was prägt unsere Vorstellung von Professionalität?
  • Welche heilenden Kräfte könnten wirken, wenn wir unseren Führungsstil weiterentwickeln?
  • Wollen wir in gesundes Führen investieren?