Vom ZickZack-Modus in eine Flow-Kultur: Erfolg wirklich inspirierend machen

Newsletter  |  Oktober 2015

Es gibt Momente in den täglichen Abläufen, die sich richtig gut anfühlen. Zum Beispiel, wenn etwas genauso ausgeführt wurde wie gewünscht. Wenn die Rädchen gut geölt ineinander greifen und weiterer Erfolg sich Schritt für Schritt, fast spielerisch, einstellt.

Doch ebenso oft kann es passieren, dass die Stimmung von jetzt auf gleich kippt. Was eben noch so gut aussah, ist plötzlich nichts mehr wert oder sogar schädlich. So ergeht es auch mit vielem, das man in Weiterbildungen vielleicht sogar begeistert gelernt hat: all die neuen Perspektiven und Vorgehens-weisen scheinen bereits am nächsten Tag in der Praxis keinen Sinn mehr zu ergeben, oder sie geraten schon über Nacht wieder in Vergessenheit. Bei jedem nächsten Mal muss man wieder ganz von vorn beginnen.

Ein solches Hin und Her nennen wir ZickZack-Modus. Was an einem Tag richtig gut klappt, ist wenige Tage später in der Versenkung verschwunden, und es passiert gar nichts mehr. Oder es gibt zwar gute Ansätze, aber das war dann auch schon alles.

Wie kann aus Erfolg und guter Stimmung tatsächlich etwas Stabiles, Positives und Inspirierendes entstehen?

Viel erreicht, aber manches läuft schief

Ein tolles Unternehmen mit tollen Mitarbeitern und zufriedenen Gesellschaftern. Die Geschäftsführung führt die Geschäfte so, dass die Kunden regelmäßig nachfragen und kaufen. Neue Produkte kommen gut an, und es gelingt sogar, gute Nachwuchskräfte zu gewinnen. Alles gut. Alles gut?

Gleichzeitig wird vieles immer mühsamer, und dann wird klar: viele Mitarbeiter sind nicht mehr richtig „dabei“. Sie sind zwar „eigentlich“ gern im Unternehmen, aber ihre Unzufriedenheit mit der Führung wird trotz aller Erfolge immer größer.

Schließlich beschließt die Geschäftsführung zu handeln. Ein neuer Arbeitskreis wird gebildet, um dem Thema Aufmerksamkeit zu geben. Aufbruchstimmung breitet sich aus. Alles gut. Alles gut?

ZickZack schlägt zu

Die Geschäftsführung, mit dem Einstieg sehr zufrieden, wendet sich nun wieder anderen Dingen zu: das Tagesgeschäft ruft, es muss für Auslastung gesorgt werden, und einige einflussreiche Kräfte brauchen eine besondere Behandlung. Schnell wird klar, dass einige bisher unlösbare Dinge auch mit dem neuen Arbeitskreis nicht lösbarer werden. Zick.

Wird dieser Arbeitskreis überhaupt noch gebraucht? Vielleicht war ja alles ein Irrtum, und es gibt viel Wichtigeres als die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Man kann es ja ohnehin nie allen recht machen. Was werden wohl die Gesellschafter sagen? Hat man sich verrannt, macht man sich vielleicht sogar lächerlich, kann man denen überhaupt vertrauen? Zack.

Gute Gründe sprechen dafür, einige (voreilig) geplante Termine des Kreises abzusagen. Vieles andere ruft nach der Aufmerksamkeit der Geschäftsführung, da muss ein Arbeitskreis auch mal warten können. Zick

Wenn dann wieder Zeit ist, um sich damit zu befassen, scheint sich inzwischen eine ganze Lawine aufgebaut zu haben. Als die nächste Sitzung beginnt, platzt prompt auch noch etwas anderes dazwischen. Flexibilität ist alles: schnell rein und Anwesenheit zeigen, schnell wieder raus und dort etwas regeln. Schnell wieder reinspringen und die richtigen Weichen stellen. Zack

Alles gut. Alles gut? Wirklich?

ZickZack-Modus ermüdet und nimmt Energie weg

Auf die ursprünglich hochmotivierten Mitglieder des Arbeitskreises wirkt das sprunghaft und „berechenbar unberechenbar“. Sie haben das Gefühl, sie müssten auf der Hut sein und dürften vor allem keinen Fehler machen. Die Profis unter ihnen warten einfach ab, die weniger Geübten strengen sich zunächst an und stellen dann fest, dass es eigentlich zu nichts führt. Zick.

Man ist zwar Mitglied eines Arbeitskreises, aber dennoch allein. Hört überhaupt noch jemand zu? Das Erfolgsgefühl des Aufbruchs ist längst vergessen. Zack.

Dieses Rauf und Runter macht müde und lustlos. Und mit Schrecken stellt man fest, dass man sich den eigenen Mitarbeitern gegenüber ähnlich sprunghaft verhält und ihnen immer weniger Sicherheit geben kann. Definitiv nicht gut. ZickZack.

Die Antwort heißt Flow-Kultur

Flow ist eine Art des Miteinanders, in der eins ins andere greift. Ereignisse ergänzen und bereichern sich. Ergebnisse kommen fast spielerisch zustande, und auch solche Elemente erweisen sich als nützlich und wirksam, die auf den ersten Blick so aussehen, als hätten sie mit der Sache nichts zu tun.

Eine wichtige Voraussetzung dafür: Die Beteiligten beschließen, zusammen zu bleiben, und sie sind bereit, aus dem, was schon ist und was sie vorfinden, etwas Hilfreiches und Wirksames zu entwickeln. Und das mit genau denen zu tun, die da sind.

Plötzlich sagt also jemand: „Ich will auf jeden Fall weitermachen, macht jemand mit? Meine Mitarbeiter reagieren sehr positiv auf mein Engagement hier. Sie wissen, dass ich Mitglied dieses Kreises bin und dass wir wirklich etwas verändern wollen. Sie trauen uns das zu.“ Die Anwesenden staunen, dass sie darauf noch nicht gekommen sind: man traut ihnen etwas zu! Und sie werden aktiv. Was sie vor allem tun wollen, ist, transparent zu kommunizieren, sich gegenseitig zu unterstützen, Feedback zu geben, einander zu vertrauen, Vereinbarungen einzuhalten, dranzubleiben an ihrem Thema.

Und die Geschäftsführung? Die wird sich freuen, denn die sind ja auch nicht blöd.

 

Was ist gut für eine Flow-Kultur