Schatten-
positionen

Wenn es nicht weitergeht und sich im Kreis dreht: 

die Schattenposition identifizieren und sie an die Oberfläche befördern. Keine/r will sie, keine/r spricht sie aus, und dennoch ist sie mit allem verbunden und organisiert geheimnisvoll das Geschehen.

Die Grafik zeigt, was geschieht: Zwei polarisierte Positionen A und B agieren hin und her, ohne von der Stelle zu kommen. Und zwar immer fein vorbei an dem, worum es wirklich geht. Abgeschlagen liegt genau das nämlich nebenan in einem gedachten (und möglichen, aber bisher nicht verwirklichten) Raum, der mit Hilfe der Schattenposition aufgespannt werden kann.

Eine Schattenposition einzunehmen, könnte ein Tabu verletzen, etwa weil „es sich nicht gehört“ oder weil man mit „so etwas“ nichts zu tun haben will. Dennoch ist sie permanent da und wirkt im Hintergrund. Falls jemand sie bemerken sollte, tut man dennoch so, als gäbe es sie nicht. Dann stört sie den Ablauf und führt immer wieder zu der gleichen Art von Konflikten und Spannungen.

Sich mit Schattenpositionen zu beschäftigen, lohnt sich, denn sie sind sehr wertvoll, um etwas zu verändern und qualitativ wachsen zu lassen.

Wie das gelingen kann

Meistens muss es knallen, damit eine Schattenposition endlich Aufmerksamkeit und Respekt und damit eine Existenzbestätigung bekommt, denn vermutlich wurde sie schon viele Male nicht beachtet und hat sich entsprechend stark aufgeladen.

Das einzige, was hilft, ist „anhalten” und “zuhören”. Zugewandt und mit Wohlwollen für die Beteiligten, neugierig, unvoreingenommen, respektvoll und lösungsorientiert. Sobald das Gehörte Aufmerksamkeit bekommt, kann man herausarbeiten, was die Schattenposition wirklich sagen möchte. Auch wenn es vielleicht anders aussieht: eigentlich nie steckt böser Wille dahinter, sondern eher Furcht, Verzweiflung, Beschämung, Schuldgfühle, eine alte Kränkung, Unwissenheit …

Facilitation

Zum Auflösen von Schattenpositionen muss die Facilitator-Position besetzt werden. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie keine eigenen Interessen im Spiel hat, sondern sich voll und ganz in den Dienst des Lösungsprozesses stellt. Es geht ja darum, etwas in Betrieb zu nehmen, für das die Beteiligten sich bisher nicht öffnen konnten.

Externe Facilitation-Unterstützung ist da empfehlenswert, weil das Auflösen von Schattenpositionen auch etwas Spielerisches und Kreatives braucht. Dazu fühlen sich die direkt Beteiligten, oft schon etwas zermürbt und erschöpft, nicht mehr in der Lage.