Vier
Phasen

Vier Phasen, in denen Prozesse ablaufen, helfen der Orientierung auf die Sprünge:

damit man das Passende im passenden Moment tun kann. Die Gunst der Stunde nutzen, wenn die Zeit reif ist.

Unterschiedliche Phasen erlebt man im eigenen Inneren oder im mensch­lichen Miteinander ebenso wie in der Natur oder in auto­mati­sierten Produktions­prozessen. Am wirk­samsten kann man sein, wenn man zum richtigen Zeitpunkt handelt. Dazu muss man wissen, in welcher Phase des Geschehens man sich gerade befindet. Wir arbeiten mit vier Phasen, die Arny Mindell entdeckt hat.

Phase 1: alles super!

Alles läuft perfekt; man hat erreicht, was man wollte. Man findet alles gut und ist bereit, diese Sicht zu verteidigen. Denn wer das anders sieht, muss wohl blind sein. Reklamationen, Konflikte, Wider­spruch? Ausgeschlossen, nicht bei uns!

Was tun? Aufmerksam wahrnehmen. Auf Zwischentöne achten. Sich freuen und gleichzeitig damit rechnen, dass es sich verändern wird. Die eigene Identität schätzen.

Phase 2: bin dagegen, nein, so nicht!

Widerstand regt sich. Es entstehen Konflikte, manchmal sogar Kämpfe, die (vermeint­liche) Einigkeit ist verschwunden. Viele gegensätzliche und wider­sprüchliche Positionen werden vertreten. Für viele (Führungspersonen) ist das so beunruhigend und schlecht zu ertragen, dass sie es am liebsten zum Schweigen bringen möchten: eine Phase, die „kein Mensch braucht.“

Was tun? (Enttäuscht, wütend oder erstaunt) akzeptieren, dass es gerade knallt. Zuhören. Alle(s) zu Wort kommen lassen. Respekt. (Noch) nicht urteilen, bewerten oder clustern. Mehr Geduld aufbringen, als man zu haben glaubt. Diese Phase wird gebraucht!

Phase 3: so vieles ist möglich?!

Das Harte wird weicher. Ablehnung und Desinteresse weichen und machen Platz für: Wie ist das zu verstehen? Oh, interessant! Das habe ich bisher völlig anders wahr­genommen. So viele Möglichkeiten!

Aber auch: Verunsicherung. Hoffentlich reichen Zeit und Kräfte dafür aus.

Und auch: “Gut, dass wir jetzt hier sind!”

Was tun? Ermutigen. Einen Raum von Wohlwollen und Sicherheit entstehen lassen, in dem sich etwas entfalten kann. Jeder Art von Übergriffigkeit mit einem klaren Nein begegnen. Mut zu Verletz­lich­keit haben. Sich freuen und anerkennen, dass so viele so engagiert dabei sind.

Phase 4: es passt! Innerlich ruhig und gut verbunden

Das Feld kommt zur Ruhe, eine oder mehrere Lösungen zeichnen sich ab. Es fügt sich. Vieles passt, und auch im Unpassenden steckt viel Wahres. Stille, Ruhe, kein Druck mehr, vielleicht Jubel. Kohäsion. Etwas Besonderes ist jetzt möglich.

Was tun? Den Moment des Coolspots „rahmen“ und ihn zu einer Entscheidung nutzen, die die Basis für das nächste Level bildet. Alle Beteiligten mit ihrem je eigenen Stil und Erleben achten.

Was noch? Diese Momente lieben. Wissen, dass auch das vorüber geht. So agieren, dass der nächste Coolspot möglich werden kann. Den Geist dieser Phase bewusst einüben, so dass man ihn beim nächsten Durchgang immer wieder ansteuern kann. Dabei helfen Behut­samkeit, Wohlwollen, Verletzlichkeit.

Wer weiß, in welcher Phase sich das aktuelle Geschehen befindet, kann sich besser orientieren und die vier Phasen bewusst nutzen, um gute Ideen, Ziele oder Intentionen in ihrer Realisierung weiterzubringen. Das steigert Wirksamkeit und Resonanz.