Teams stärken

„Wir fragen uns in unserem Team manchmal, ob die Führung überhaupt weiß, was wir hier tun. Wenn man sich die Vorgaben ansieht, die sie uns jetzt machen, können sie es eigentlich nicht wissen. Denn das hat mit dem Job, den wir alle mal machen wollten, fast nichts mehr zu tun. Dauernd müssen wir irgendeinen Blödsinn machen, der unseren Klienten nichts bringt, aber die Organisation Geld kostet. Es gibt immer wieder Konflikte darüber, aber schließlich tun wir es, um uns nach oben abzusichern. Allerdings gibt es nur wenig Konsens, und einige drehen hier schon ihr eigenes Ding, völlig losgelöst.“

(Mitglieder eines Teams Kommunalverwaltung)

Führungspersonen haben immer eine Brückenaufgabe

Teams brauchen ihre Führungsperson als verbindendes Element zur Organisation. Wer ein Team leitet, übernimmt Verantwortung für dessen Ergebnisse. Nicht nur für den Output, sondern auch für die Umstände und Bedingungen, unter denen er entsteht. Die Teamleiterin im Beispiel oben ist in einem schwierigen Loyalitätskonflikt zwischen ihrem Team und ihren Vorgesetzten. Sie „weiß“ mehr als die Teammitglieder und muss dieses Wissen beim Führen ihres Teams berücksichtigen und in ihre eigene Haltung integrieren.

Das kann zu Konflikten im Team führen. Teams zu stärken, heißt daher für die Teamleitung, Vertrauen in den gemeinsamen Prozess zu haben, und die Teammitglieder an diesem Vertrauen teilhaben zu lassen. Teamführung ist ein kontinuierlicher Prozess, der den Mitgliedern die Chance gibt, etwas Gemeinsames entstehen zu lassen. Und zwar so, dass das jeweils Individuelle wertvoll und geachtet bleibt. Dass das Gemeinsame im Team auch im Sinne der gesamten Organisation ist, kann zum Attraktionsfaktor werden.

Teams stärken durch Facilitation

Lösungsorientierte Energie

Der entscheidende Faktor in Phasen von Konflikten und Unsicherheit ist die lösungsorientierte Energie der Führungskraft. Sie muss bereit sein, die eigene Position zu verantworten und sie auch transparent zu machen. Das zeigt sich oft in den kleinen Dingen der praktizierten Kommunikation: Können Entscheidungswege offengelegt werden? Gibt es anerkennendes Feedback? Kann der Eindruck entstehen, dass wirklich zugehört wird? Werden auch ungewöhliche Impulse wohlwollend aufgenommen?

Die Ausstrahlung der Führungsperson ist für das Team wichtig. Sehr oft meinen Führungspersonen, ihre innere Ausrichtung sei für die anderen nicht zu erkennen. Das Gegenteil ist der Fall. “Hauptsache ist, dass ich groß rauskomme” hat eine andere Ausstrahlung auf das Team als die Haltung eines Dienstleisters für das Team: “Hey, ihr seid mir wichtig, ich bringe meine Stärken rein, und wir stellen gemeinsam was auf die Beine.”

 

Kreativität ist Trumpf

Pfiffige Führungspersonen stärken ihre Teams, indem sie selbst aus guten Anregungen und Werkzeugen etwas machen. Etwas, aus dem wieder jede und jeder im Team etwas Eigenes machen kann. Der Effekt: nachher ist nicht mehr wichtig, woher es kommt, sondern dass es lebendig ist und wirkt.

Pfiffige Führungspersonen stärken ihre Teams, indem sie fragen, statt etwas auszusitzen und abzuwarten, bis sich jemand beschwert. Das erleichtert und ermuntert alle.

Pfiffige Führungspersonen stärken ihre Teams, indem sie neuartige Angebote machen und offen für deren Akzeptanz sind. Was dabei herauskommt, kann so gut sein, dass man es nicht hätte vorhersagen können.

Entscheidend ist immer wieder: Wir sind alle gleichwertig und gehen gemeinsam einen Weg.