Traumerfolg #2: die unglaubliche Kraft, die es möglich macht (Mai 2019)

Wir bewegen uns weiter im Feld gelingender WIR-Prozesse und erleben staunend die Zauberwirkung, die in dem menschlichen Wahrnehmungs- und Handlungsmodus steckt, den man Träumen nennt.
Träumen als Erleben von etwas, das „geliefert“ wird. Träumen als Resonanz auf etwas, das zeitlich zurückliegt. Träumen als Resonanz auf etwas, das noch bevorsteht. Träumen als Erleben von etwas, das sich weder greifen noch weglegen lässt. Träumen als Erleben von etwas, das man irrtümlich glaubte einfach abstellen zu können. Träumen als Erleben von etwas, das für überraschende Veränderungen im Leben gut ist.
Als wir diesen Newsletter planten, dachten wir, er müsse sich unbedingt mit dem Einfluss des Träumens auf das Auflösen von Konflikten befassen. Doch zeigte sich in den letzten Tagen, quasi im Traum-Modus, dass etwas anderes „eingerollt“ ist, das sich entfalten möchte: die besondere Kraft, die ans Wirken kommt und auf die Beteiligten einwirkt, wenn Passendes sich in Passendes einfügen lässt. Was man daran merkt, dass es hilft – funktioniert – trägt.
Traum-Erfolg 2:  die unglaubliche Kraft, die es möglich macht
Als weiterbildungs- und lernorientiertes Team nahmen wir kürzlich an der Jahreskonferenz unseres internationalen Berufsverbands EMCC  teil – in Dublin, einer unserer Lieblingsstädte. Die Vorfreude war groß. Sie schwächte sich allerdings ab, als wir begannen, unser individuelles Programm aus dem Angebot an Workshops zusammen zu stellen. Dieses Mal schien für uns nichts dabei zu sein, für das wir uns spontan hätten begeistern können. So war es auch noch, als wir die Konferenzhalle betraten: „Hilfe, sind wir etwa am falschen Ort?!“ Der noch unbevölkerte Raum mit Ständen von Coaching-Instituten wirkte etwas industriemäßig. Coaching als Industrie? Waren wir mit unserer Sicht, Coaching setze Zauberkräfte frei, hier etwa allein? Sollten wir uns am besten schnell wieder davonmachen?
Ein besonderer Moment
Aber dann änderte sich alles: Mittendrin gab es einen Stand mit dem Thema Diversity und Inclusion. Wir kamen ins Gespräch mit Jafar, dem Aussteller, und ganz schnell landeten wir bei tiefen Aspekten von Führen und Zusammenarbeiten: Nicht-weiter-können, Willkür, Etwas-gänzlich-neu-sehen und, ja, anfassen.
Sofort entstand eine Verbindung zwischen uns, und wir fühlten uns wieder frei. Die Konferenzhalle nahm uns freundlich auf, wir wurden wieder gebraucht. Das vor uns liegende Programm wollte von uns besucht und erkundet werden. Wir waren neugierig und freuten uns darauf, uns überraschen zu lassen. Eine Tür hatte sich geöffnet.
Vom linearen Arbeiten zum Arbeiten in parallelen Bewusstseinsebenen
Später gab es nochmal einen ähnlichen Effekt: In den Workshops, an denen wir teilnahmen, wurde tief durchdachtes und erforschtes Wissen vermittelt. Vom raffinierten Umgang mit Assessment-Tools (Jonathan Reitz) über schreibendes Coaching (Sally Bonneywell & Sue Cruise-Jungling) hin zu trickreichem Mistake-Management (Sue Halden-Brown). Alles sehr bereichernd.
Und dann kam der Workshop zum Einfluss des Teams auf den Teamcoach (Alison Hodge). Schon das Setting war anders: Die Teilnehmer saßen nicht in Reih & Glied, sondern die Gastgeberin(!) hatte kleine Gruppen von Sesseln lounge-artig angeordnet und hieß alle Eintretenden direkt an der Tür willkommen. In der Mitte ein kleiner Kreis, in dem sich 6 Gäste niederließen. Leises Plaudern war zu hören, aber auch Stille. Irgendetwas bereitete sich vor, aber was? Man fühlte sich sicher und war gespannt.
Die traumhafte Kraft, die es möglich macht
Während der nun folgenden Arbeit wurden aus Fremden für eine kurze Zeit Menschen, die gemeinsam etwas taten – ohne dass sie hätten sagen können, was das Gemeinsame denn sei. Alles nahm seinen Lauf, und zum Schluss gab es ein gemeinsames Debriefing. Eine große Vielfalt von Wahrnehmungen kam dabei zum Ausdruck: Niemand blieb mit seiner Sicht allein, und manche zögernden Beiträge öffneten anderen Teilnehmenden sogar ganz neue inspirierende Sichtweisen.
Nichts davon hätte vorher geplant werden können, sondern alles war das Ergebnis eines guten Settings und der behutsamen, allein dem Prozess folgenden Arbeit der Facilitatorin. Die Weisheit einer Gruppe wildfremder Menschen konnte sich darin frei entfalten. Da war sie zu spüren, diese besondere Kraft, die viele und vieles verändern kann.
Systematisch mit der Kraft arbeiten, die es möglich macht
Der Traum-Modus läuft parallel zur Konsensrealität ab, gehorcht aber anderen Gesetzen und folgt anderen Prinzipien. Wer die Geschichte der Heinzelmännchen von Köln kennt, weiß, dass dieser Modus Respekt braucht: Sobald man nämlich versucht, ihn zu kontrollieren, löst er sich auf und ist nicht mehr zu fassen. Kinder wissen das und beherzigen es. Auch wer mit Menschen lebt und arbeitet, die etwas „anders“ sind (siehe oben: Diversity & Inclusion), weiß es und praktiziert das Leben in parallelen Welten. Wer sich gern weiterentwickeln und ab und zu glücklich sein möchte, entwickelt daher am besten die eigenen Fähigkeiten weiter, sich von den Kräften paralleler Welten führen zu lassen. Resonanz wird dann zur entscheidenen Führungsgröße.
Genau das hat Alison in ihrem Workshop getan: sie baute das Setting, brachte die Teilnehmenden behutsam in Austausch miteinander, blieb neugierig, bewertete nichts und öffnete den Raum zu gemeinsamer Reflexion. Gerade dieser letzte Punkt ist elementar: Was im Traum-Modus geschieht, will seine Kraft auch in der Konsensrealität des Alltags ans Wirken bringen.
Wenn wir Führungungspersonen und engagierten Teams Coolspot-Management®empfehlen, dann tun wir es, damit genau diese Kraft wirksam werden kann.

Fendel & Partner