Sicherheit durch dichte Kommunikation und Feedback (Febr. 2017)

„Zukunftsfähig führen“ heißt unser Leitthema für das Jahr 2017. Da steckt eine ganze Menge drin, denn immerhin enthält die Zukunft ihrer Natur nach zu einem großen Teil Unbekanntes, das sich durch Prognosen und Hochrechnungen nicht so einfach in Bekanntes verwandeln und zähmen lässt.
Wie in der Zukunft tatsächlich geführt werden wird, steht also einerseits vielleicht in den Sternen. Andererseits wird es sich natürlich auch daraus entwickeln, wie heute geführt wird.
Aber Vorsicht: Uns geht es hier nicht um zukünftiges Führen, sondern um die Zukunftsfähigkeit heutigen Führens.
Die Frage, auf die wir im Laufe dieses Jahres Antworten geben wollen, heißt daher: Was brauchen Führende, um sich selbst und andere für die Zukunft zu begeistern und sich ihr zu öffnen?
Fangen wir doch einfach mal mit der Fähigkeit an, Feedback und Antwort zu geben. Selbstverständlich? Nein, seltsamerweise scheint genau das im Alltag vieler Unternehmen überhaupt nicht selbstverständlich zu sein.

 

 

Feedback nährt

Die wörtliche Übersetzung von Feedback wäre „Zurückfüttern“. Technisch ist mit Feedback die Rückkopplung in Schalt- und Regelkreisen gemeint. Und wer im Supply Chain Business zu Hause ist, könnte Feedback auch als wichtiges Element im Ablauf einer Prozesskette sehen. Dann wäre bei mangelndem Feedback die Supply Chain unterbrochen.

 

Mangel an Feedback macht hungrig

 Wer genügend Feedback bekommt, macht sich über Feedback keine Gedanken. Nur wenn es an Feedback mangelt, wird es überhaupt bewusst. Da hat jemand „gefüttert“ und wünscht sich, „zurückgefüttert“ zu werden. Sie oder er möchte wissen, ob das Futter gut angenommen wurde und verarbeitet werden kann. Wer kein Feedback bekommt, hat das Gefühl, in eine Art Nichts hineinzurufen, aus dem nichts zurückkommt. Das ist unangenehm und wirkt dämpfend auf Abläufe und Arbeitstempo – und auf Menschen und lebendige Beziehungen.

Wird der Hunger nach Feedback nicht gestillt, sucht er andere Quellen, um sich zu sättigen. Mutmaßungen, auch Gerüchte und Falschmeldungen werden zu Fakten erklärt und weitergefüttert, und langsam, aber sicher entwickelt sich eine zweite Realitätsebene. Wer auf klare Führungssignale wartet, fühlt sich wie in einem Vakuum.

Feedback schafft Sicherheit

Feedback in Form von Antworten schafft Resonanz, und dieser Resonanzraum wird beim Führen von allen Beteiligten gebraucht. Wie will ich als Führende sonst wissen oder merken, dass meine Botschaften und Signale bei den Adressaten angekommen sind, verarbeitet werden und Ergebnisse hervorbringen können?

 

Andersrum ebenso: Um mich führen zu lassen, brauche ich Sicherheit, um mein Vertrauen zu nähren: Tue ich hier das Richtige? Bin ich noch auf Kurs? Gibt es eine gemeinsame Grundlage? Was soll im Fokus sein?

 

Feedback beantwortet diese Fragen – manchmal schon, bevor sie überhaupt gestellt werden. Dann läuft es richtig gut. Feedback bringt eine Entwicklung in Gang, indem Verbindungen gehalten, gestaltet und belebt werden. Die bange Frage „Was tue ich hier eigentlich?“ stellt sich dann gar nicht.

Feedback balanciert

Erinnern Sie sich an den ZickZack-Modus? Auch er entsteht bei ausbleibendem Feedback: Ein Projekt oder Thema wird mit

großem Engagement angeschoben – aber dann? Nichts. Die

Energie erlahmt, bis das Thema ganz plötzlich wieder da ist. Also

alles wieder hochfahren – und dann? Wieder nichts. Kein Nachhall.

Das ist sehr anstrengend und selten erfolgreich. Wichtige Themen kommen dabei unter die Räder, weil die Beteiligten irgendwann abstumpfen: „kennen wir schon, ist bald wieder vorbei.“ Kontinuierliches Feedback über den Stand der Dinge könnte hier

schon eine bessere Balance schaffen.

 

 Je sicherer die Gegenwart, desto mehr Offenheit für Zukunft und Unbekanntes

Das ist unsere These. An vielen Stellen lässt sich heute beobachten, dass Verunsicherung leicht in Angst und Wut umschlagen kann, ob das nun berechtigt erscheint oder nicht. Feedback gibt Sicherheit und hilft dabei, sich gesehen, gehört, wahrgenommen zu fühlen.

 

Wer sicheren Boden unter den Füßen hat, kann leichter einen Schritt ins Unbekannte wagen, dann den Boden wieder sichern und einen weiteren Schritt machen. Dabei entsteht Zukunft, Schritt für Schritt.

 Die Zukunft ist noch nicht fertig

 

Wir sollten nicht vergessen, dass Zukunft immer vor uns liegt.

Immer. Jede/r gestaltet sie mit – so, wie es dem eigenen Stil entspricht,und am besten mit anderen gemeinsam. Dann kann man Feedback geben und bekommen, dessen Wirksamkeit spüren und einen Resonanzraum erleben, der den Sinn des eigenen Tuns stärkt.

Besonders gut funktioniert das beim Arbeiten im Kreisformat, in dem Raum und Zeit sich auf besonders zukunftsträchtige Weise entfalten können. Zukunft braucht diesen Entfaltungsraum.

 

 

Fendel & Partner